Neubau einer Kindertagesstätte in Lohr-Sendelbach
Ausgangslage
Mit dem Neubau der Kindertagesstätte im Lohrer Stadtteil Sendelbach reagierte die Stadt Lohr a. Main auf die steigende Nachfrage nach modernen Betreuungsplätzen. Das alte Gebäude entsprach nicht mehr den aktuellen pädagogischen, energetischen und sicherheitstechnischen Anforderungen, sodass die Entscheidung für einen kompletten Ersatzneubau fiel. Am Standort entstand eine Einrichtung mit einer Bruttogrundfläche von rund 1.190 m². Sie bietet Raum für insgesamt fünf Gruppen – zwei Krippengruppen für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren sowie drei Regelgruppen für Kinder bis zum Schuleintritt. Ergänzt wird das Raumprogramm durch Spielflure, einen Turnraum, Erlebnisräume sowie gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche.
Zur Finanzierung trugen neben dem Bauherrn, der Stadt Lohr a. Main, auch Fördermittel des Freistaats Bayern bei: Im Rahmen des Programms „Aufbruch Bayern“ wurden 450.900 Euro für die Schaffung neuer Krippenplätze bereitgestellt. Die elektrotechnische Ausstattung umfasste ein Investitionsvolumen von etwa 230.000 Euro.
Aufgabenstellung
Das Ingenieurbüro Zink wurde mit der vollständigen Elektroplanung für den Neubau der Kindertagesstätte beauftragt. Ziel war es, eine durchdachte und zukunftsfähige elektrotechnische Infrastruktur zu schaffen, die den speziellen Anforderungen einer Kindertagesstätte gerecht wird. Neben höchster Sicherheit für Kinder und Personal spielte auch die einfache Bedienbarkeit der Systeme eine zentrale Rolle, damit die pädagogischen Fachkräfte ihre Arbeit ohne technische Hürden verrichten können. Darüber hinaus sollten energieeffiziente Lösungen zur Senkung der Betriebskosten beitragen und gleichzeitig eine nachhaltige Nutzung des Gebäudes sicherstellen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Flexibilität: Die technische Ausstattung musste so konzipiert werden, dass sie zukünftige Entwicklungen – beispielsweise im Bereich der Kommunikationstechnologie oder der Gebäudeautomation – aufnehmen kann. So entstand ein Gesamtkonzept, das nicht nur die aktuellen Bedürfnisse erfüllt, sondern auch langfristig tragfähig bleibt.
Leistungen
Das Ingenieurbüro Zink erbrachte im Rahmen der Elektroplanung folgende Leistungen:
- Planung und Umsetzung einer energieeffizienten LED-Beleuchtung für Innen- und Außenbereiche
- Einrichtung einer Brandmeldezentrale nach DIN 14675 als Hausalarm
- Installation einer Sicherheitsbeleuchtung zur Gewährleistung der Flucht- und Rettungswege
- Implementierung einer EIB/KNX-Steuerung für Beleuchtung, Jalousien und Lüftungsanlagen
- Einrichtung zentraler Schlüsselschalter für Licht und Steckdosen, u. a. für Effektbeleuchtung
- Installation einer modernen Sprechanlage sowie einer Telefonanlage mit DECT-Telefonen
- Aufbau eines leistungsfähigen IT-Netzwerks für Kommunikation und Verwaltung
- Planung und Umsetzung eines äußeren und inneren Blitzschutzes
Durch die Kombination aus intelligenter Gebäudeautomation, moderner Lichttechnik und umfassender Sicherheitssysteme konnte eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung geschaffen werden. Die Elektroplanung unterstützt damit nicht nur die Funktionalität des Gebäudes, sondern trägt auch wesentlich zur Energieeffizienz und Betriebssicherheit bei.
Herausforderungen und Besonderheiten
Eine der größten Herausforderungen lag in der Balance zwischen den hohen technischen Anforderungen und der Benutzerfreundlichkeit. Die Systeme mussten so konzipiert werden, dass sie für das pädagogische Personal intuitiv bedienbar bleiben. Besonders die KNX-Steuerung wurde so programmiert, dass Licht, Jalousien und Lüftungsanlagen komfortabel und zentral gesteuert werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt war die energieeffiziente Gestaltung der gesamten Elektrotechnik. Die eingesetzten LED-Systeme leisten nicht nur einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, sondern senken auch die Betriebskosten erheblich. Zudem galt es, höchste Sicherheitsstandards umzusetzen – von der Brandmeldetechnik über den Blitzschutz bis hin zur Notbeleuchtung.
Besonders hervorzuheben ist die enge Verzahnung zwischen Bauherrn, Architekten und Fachplanern: Durch die gute Zusammenarbeit konnten die Kosten sogar teilweise unter den ursprünglichen Planungen gehalten werden.