Neubau und Sanierung des Förderzentrums Schweinheim
Ausgangslage
Das bestehende Schulgebäude des Förderzentrums war in die Jahre gekommen und entsprach weder in technischer noch in funktionaler Hinsicht den aktuellen Anforderungen. Besonders die Themen Barrierefreiheit, Sicherheitstechnik und Energieeffizienz machten eine grundlegende Modernisierung notwendig. Für Kinder und Jugendliche mit körperlichen und motorischen Einschränkungen ist eine sichere, flexible und behindertengerechte Lern- und Therapiebegleitung essenziell.
Das Projekt umfasste daher nicht nur die Generalsanierung des Bestandsgebäudes mit zehn Klassenzimmern, drei Schulvorbereitenden Einrichtungen und mehreren Therapieräumen, sondern auch den Neubau einer Verwaltung, einer Kleinsporthalle und eines Therapiebeckens. Durch die Kombination aus Alt- und Neubau ergab sich die Chance, das gesamte Förderzentrum technisch auf den neuesten Stand zu bringen und den Alltag der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern.
Dank der neuen elektrotechnischen Gebäudeausrüstung konnte ein Umfeld geschaffen werden, das höchste Ansprüche an Sicherheit, Funktionalität und Energieeffizienz erfüllt und langfristig einen zuverlässigen Betrieb gewährleistet.
Aufgabenstellung
Das Ingenieurbüro Zink wurde mit der kompletten Elektroplanung für das Förderzentrum Schweinheim beauftragt. Die zentrale Aufgabe bestand darin, eine moderne, sichere und zukunftsfähige elektrotechnische Gebäudeausrüstung zu entwickeln, die den besonderen Anforderungen einer Förderschule mit integriertem Therapie- und Betreuungsbereich gerecht wird. Dabei standen mehrere Aspekte im Fokus: Einerseits musste eine leistungsfähige Sicherheitstechnik geschaffen werden, die durch eine Brandmeldeanlage nach DIN 14675 mit direkter Aufschaltung zur Feuerwehr und eine zentrale Sicherheitsbeleuchtungsanlage ein Höchstmaß an Schutz gewährleistet. Andererseits galt es, die Barrierefreiheit konsequent sicherzustellen – unter anderem durch den Einbau von behindertengerechten Aufzügen, die sowohl den Transport von Betten als auch die barrierefreie Nutzung durch Schüler, Lehrer und Besucher ermöglichen.
Darüber hinaus spielte die Kommunikations- und Nachrichtentechnik eine zentrale Rolle. Eine moderne Telefonanlage wurde so konzipiert, dass sie unmittelbar mit der Brandmeldeanlage verknüpft ist und im Notfall automatische Weiterleitungen auf Mobiltelefone gewährleistet. Damit sollte nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch die Erreichbarkeit und Kommunikation im gesamten Schul- und Therapiekomplex verbessert werden. Ein weiteres Ziel der Elektroplanung war die Energieeffizienz: Die elektrotechnischen Anlagen mussten so geplant werden, dass sie sowohl den aktuellen Normen und Standards entsprechen als auch zukünftige Erweiterungen ermöglichen.
Das Ingenieurbüro Zink hatte somit die Aufgabe, ein durchgängiges elektrotechnisches Gesamtkonzept zu schaffen, das Sicherheit, Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Funktionalität in Einklang bringt. Mit dieser Planung wurde die Grundlage gelegt, um den Alltag der Schülerinnen und Schüler sowie des pädagogischen und therapeutischen Personals nachhaltig zu erleichtern und das Förderzentrum auf lange Sicht optimal betreiben zu können.
Leistungen
Im Rahmen des Projektes erbrachte das Ingenieurbüro Zink sämtliche Leistungen nach HOAI (Leistungsphasen 1–8) in den Anlagengruppen 4, 5 und 6. Schwerpunkte der Elektroplanung waren unter anderem:
- Planung und Umsetzung einer Brandmeldeanlage nach DIN 14675 mit Aufschaltung zur Feuerwehr
- Installation einer zentralen Sicherheitsbeleuchtungsanlage für den gesamten Gebäudekomplex
- Einrichtung einer modernen Telefonanlage mit direkter Kopplung an die Brandmeldeanlage und Weiterleitung auf Mobiltelefone
- Integration eines behindertengerechten Bettenaufzugs für 21 Personen über fünf Stockwerke
- Einbau eines barrierefreien Aufzugs für 13 Personen über vier Stockwerke
Die Gesamtbaukosten der elektrotechnischen Anlagen betrugen rund 2,2 Mio. € brutto. Damit konnte eine zukunftsfähige, sichere und verlässliche Infrastruktur geschaffen werden, die das Förderzentrum langfristig auf hohem Niveau betreibbar macht.
Herausforderungen und Besonderheiten
Eine besondere Herausforderung stellte die Kombination aus Generalsanierung und Neubau dar: Während im Bestand umfangreiche Modernisierungen bei laufendem Betrieb umgesetzt werden mussten, war parallel die Planung und Ausstattung der Neubauten erforderlich. Die Elektroplanung musste daher sowohl in die bestehende Gebäudestruktur integriert als auch für die neuen Funktionsbereiche völlig neu entwickelt werden. Alles in allem sollte dabei ein einheitliches, barrierefreies und sicherheitstechnisch durchgängiges Konzept entwickelt werden.
Darüber hinaus stellte die Integration der Förder- und Therapieangebote besondere Anforderungen an die Elektro- und Sicherheitstechnik. Besonders anspruchsvoll war dabei die Abstimmung der verschiedenen sicherheitstechnischen Systeme. Die Brandmeldeanlage, die Sicherheitsbeleuchtung und die Telefonanlage mussten reibungslos ineinandergreifen und zugleich den hohen normativen Vorgaben entsprechen. Darüber hinaus erforderte die barrierefreie Ausstattung – insbesondere die Planung und Integration der Aufzugsanlagen – höchste Präzision, um den individuellen Bedürfnissen der Nutzenden gerecht zu werden.
Die enge Zusammenarbeit sowie die offene und kontinuierliche Kommunikation mit dem Bauherrn, Fachplanern und der Trägergesellschaft war ein entscheidender Faktor, um die unterschiedlichen Anforderungen aus Pädagogik, Therapie und Verwaltung in ein stimmiges elektrotechnisches Gesamtkonzept zusammenzuführen. So entstand ein Förderzentrum, das durch moderne Elektrotechnik den Alltag spürbar erleichtert und langfristig eine sichere und effiziente Nutzung garantiert.